Chronik der Musikkapelle Biberwier (gegr. 1826)
Laut einer Urkunde, die im Dachstuhl des Kirchturmes in Biberwier deponiert war geht hervor, dass Herr Joseph Hosp im Jahre 1826 in Biberwier eine „Mussig“ errichtet hat. Joseph Hosp war ein Handelsmann und wurde als „Biberwierer Krämersmann“ im ganzen Land so bekannt, dass sogar ein Lied über ihn geschrieben wurde.
Von 1838 bis 1878 leitete der Lehrer Gottfried Auer diese Musik als Kapellmeister. Ihm folgten Salomon Brugger bis 1880, Thomas Witting bis 1881 und Johann Koch bis 1896.
In der Zeit um 1880 wurde aber in Biberwier eine zweite Musikkapelle die “Schmölzer Musig“ von einem gewissen Herrn Wörz Engelbert gegründet. Laut Erzählungen bestand die Knappenmusikkapelle vom damaligen Bergwerk Silberleithen aber nur höchstens ein Jahrzehnt, da der Kapellmeister Wörz Engelbert nach Tösens zog und keinen Nachfolger stellte. Die beiden Kapellen müssen zur damaligen Zeit heftige Konkurrenzkämpfe ausgetragen haben, denn noch heute heißt es im Vergleich „ Wie die Engländer gegen die Buren“. Aus diesem Grund wurden die Instrumente der aufgelösten „Schmölzer Musig“ nicht der Musikkapelle Biberwier sondern nach Lermoos verkauft.
Ab 1896 Stand die Kapelle unter der Leitung von Lehrer Pius Megele.
1901 löste ihn der Lehrer Josef Hofer ab, der sehr viel für den weiteren Aufbau der Kapelle tat. Bei einer Sammlung für die erste Uniformierung brachte er 200 Gulden zusammen. Selbst die Bergwerksgewerkschaft „Silberleithen“ bewies durch eine großzügige Spende, dass der einstige Streit längst begraben war. Dazu erbettelte Pechtl Franz, ein Frächter aus Biberwier, in Innsbruck grüne Schleifen für die grauen Jacken und Hüte. Immerhin mussten 26 Mann neu eingekleidet werden.
1903 übernahm der Lehrer Friedrich Lumper die Kapelle und wurde vom Biberwierer Engelbert Mößmer 1906 weitergeführt.
Da es bis zu dieser Zeit nur Blechblasinstrumente bei der Musik gab, lernte der Wirt Seeber Josef, in Ehrwald Klarinette.
Von 1909 bis 1921 war der Lehrer Franz Linser Kapellmeister und wurde dann von Josef Hailand abgelöst. Unter seiner Führung wurde der obere Raum im Alten Schulhaus von den Musikkanten als Proberaum ausgebaut. Grosse Aufbauarbeiten leistete auch der Schlosser Müller Franz, der von 1923 bis 1927 viele Musikanten ausbildete.
In den Jahren 1935 bis1939 war der Schulleiter Erich Greif Kapellmeister und somit war er der letzte vor dem 2. Weltkrieg.
Nach dem 2. Weltkrieg gab es wieder viele Aufbauarbeiten, die der Schulleiter Walter Villunger leistete. Unter seiner Zeit als Kapellmeister gab es das erste Mal einen Obmann: Engelbert Bader. Unter dieser Leitung und den führenden Musikkanten Sauerwein Franz, Mößmer Franz und Wörz Johann, wurde eine grosse Sammlung gestartet, um die Original-Ausserferner-Tracht anschaffen zu können. Beim Fronleichnamsfest 1950 rückte die 25 Mann starke Kapelle erstmals mit der neuen Tracht aus.
1951 übernahm dann der Schulleiter Franz Heidegger die Kapelle und führte sie in ihren Leistungen immer weiter nach oben. Ab dem Jahre 1952, nahm die Musikkapelle auch an „Wertungsspielen“ teil.
Von 1955 bis 1970 führte Ehrenkapellmeister Erwin Pfaundler die Musikkapelle. Unter seiner Leitung nahm die Musikkapelle im Sommer 1959 bei der Landesfeier zum 150. Jahrtag der Tiroler Freiheitskämpfe in Innsbruck teil.
Als Obmänner wirkten in dieser Zeit: Ab 1959 Otto Luttinger, und Kerber Karl und von 1960 bis 1970 Arthur Wörz. In seiner Zeit wurde jährlich im Juli oder August das Waldfest abgehalten und auch große Investitionen in neue Instrumente geleistet.
Im Jahr 1971 wurde die Musikkapelle unter der Leitung von Sauerwein Franz weitergeführt. Obmann war zu dieser Zeit Johann Wörz.
1973 wurde die Musikkapelle von Ernst Heiß übernommen und 1976 von Ehrenkapellmeister Erwin Pfaundler mit Obmann Ernst Heiß weitergeführt.
1976 wurde Ferdinand Wörz Obamnn der Musik
Ein wichtiges Jahr, für die Musikkapelle war das Jahr 1976, in dem sie 150 Jahre Musikkapelle Biberwier feierte.
1978 wurde unter dem 1977 neu gewählten Obmann Schönherr Josef, das Pavillion im Dorfpark in Biberwier errichte, das 1981 eingeweiht wurde und in dem seither jede Woche in den Sommermonaten Juli bis September Platzkonzerte abgehalten werden.
Von 1982 bis 1983 war Plattner Christian Obmann und ab 1983 Karl Kerber.
Unter seiner Tätigkeit als Obmann, wurden zahlreiche Veranstaltungen, sowie das 39.Außerferner Bundesmusikfest im Juli 1988 abgehalten.
1993 Wurde Karl Bichler als neuer Obmann gewählt. Dieser setzte sich für die ganze Musik, sowie für die Jugendarbeit stark ein.
Im Jahre 1993 wurde Kapellmeister Erwin Pfaundler für seine musikalischen Tätigkeiten mit dem Ehrenring des Landesverbandes der Tiroler Blasmusik ausgezeichnet.
1996 Johann Perktold wurde der neue Kapellmeister der Musikkapelle.
Unter seiner Leitung wurde 1998 wieder seit langem, ein Frühjahrskonzert zum Besten gegeben.
1998 löst Harald Schennach den langjährigen Obmann Karl Bichler ab.
Unter der jungen Nachfolge, wird nach 40 Jahren das Waldfest wieder abgehalten und es wurde das Neujahrsspielen ins Leben gerufen.
Im Jahr 2001 wurde die Musikkapelle von Kapellmeister Maximilian Pirner übernommen.
Seitdem leitet er mit Obmann Harald Schennach die Bürgermusikkapelle Biberwier.
Unter Ihrer Führung wurde in Biberwier in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr und der Gemeinde Biberwier erstmals ein Mehrzweckgebäude mit Turnsaal und ein modernes Probelokal errichtet. Dieses Gebäude wurde nach der Fertigstellung 2006 im Frühjahr 2007 feierlich eingeweiht.
BMK-Biberwier 1960